Unbefriedigende Ergebnisse der 2. Planungswerkstatt „Kleiner Tiergarten – Östlicher Teil“ am 24.11.2012

Noch in der geänderten Einladung hieß es: „Das Büro Latz und Partner wird eine Weiterentwicklung des Vorentwurfs vorstellen.“ Tatsächlich gab es auch einen neuen geänderten Plan, den Herr Latz vorstellte. Hier die wichtigsten Eckpunkte der vorgetragenen Planänderungen und vom Publikum eingebrachten Vorschläge seit der 1. Planungswerkstatt:

Randbereiche

Der geänderte Plan sieht etwas weniger Zugänge vor, aber immer noch zwei mal drei neue Zugänge zu Alt Moabit hin. Insgesamt mit den derzeitigen Zugängen sind dies neun Zugänge, zur Turmstraße hin sind es acht Zugänge.

Auch die Form der Heckeninseln und die neuen Flächen mit wassergebundenen Boden haben sich nicht verändert.

Die Arbeitsgruppe 1 (AG 1) forderte deutlich weniger neue Zugänge, höchstens zwei kleine neue Zugänge zu Alt Moabit hin. Nur drei von ca. 15 AG-Teilnehmer/Innen votierten für mehr neue Zugänge.

Die AG erarbeitete folgende Forderungen, deren Ergebnisse im Bericht der fünf AGs dargestellt wurden:

  1. Weniger Zugänge in den Hecken- und Sträucherbereichen
  2. Nur 2 neue Zugänge werden aktzeptiert
  3. Keine Hügelaufschüttungen in den Hecken- und Sträucherbereichen
  4. Erhalt der Zäune in den Hecken- und Sträucherbereichen (keine Aussage von Herrn Latz hierzu, der die Zäune abschaffen möchte)
  5. Erhalt aller bisherigen Sitznischen und Sitzbänke in den Hecken- und Sträucherbereichen (Herr Latz hat nur eine kleine Sitznische angeboten)
  6. Keine Flächen mir wassergebundenen Boden in den Randbereichen! Statt dessen Bodendecker.
  7. Parkpflege der Bürgerparkgruppe nur, wenn die genannten Forderungen Nr. 1-6 erfüllt werden
  8. Finanzierung der Erstbepflanzungen von neuen Beeten aus AZ Mitteln

Große Wiese

Auch im neuen Plan möchte Herr Latz den großen Sandspielplatz zur Wiese machen und neue Spielflächen nördlich und östlich der Rollerbahn verlegen

Eine konkrete Spielflächenplanung wurde nicht vorgestellt.
Ein Verlust des großen Sandspielplatzes stieß auf starke Kritik!
Die erstmals vorgestellten neuen Spielflächen nördlich der Rollerbahn werden als völlig ungeeignet betrachtet und Nutzungskonflikte befürchtet:

  • zu eng an der Rollerbahn
  • Gefahr für spielende Kinder und fahrende Kinder auf der Rollerbahn
  • zu enge Flächen  zu nah an der Regenschutzhalle
  • neun Bäume, Hecken und Sträucher müssten dafür gefällt werden
  • kein großräumiger Sandspielplatz auch als Familientreffpunkt
  • Standort für ein neuen Teehauspavillion sieht Herr Latz auch nördlich der Rollerbahn vor, und nicht südlich vom 3. Wohnhof am großen Sandspielplatz

Aus dem Publikum wurde der Erhalt des großen Sandspielplatzes gefordert, und eine Freihaltung der Flächen mit neuen Spielgeräten um die Rollerbahn. Die neuen Spielflächen östlich des östlichen Nord-Süd-Weges werden akzeptiert.

Bäume

Kritisiert wurde die fehlende, für der 1. Planungswerkstatt versprochene Baumfällungsliste in gedruckter Form. Die Zahl der zu fällenden Bäume wurde mit 120 genannt. Auch Karten und Detailinfos wurden auf der 2. Planungswerkstatt vermisst. Einziger Lichtblick war die Ankündigung, dass die Bäume: Plakette – Nr. 604 (große Eiche auf der Wiese), Nr. A 289, Nr. A 290 (Eichen auf der Wiese) und Nr. A 201 (Linde hinter dem Parkcafe) aus der Fällungsliste genommen wurden.

Die AG 2, „Naturschutz und Anpassung an den Klimaschutz“ forderte den Erhalt der vitalen Bestandsbäume, des Biotopholzes und grundsätzlich keine Baumfällungen aus gestalterischen Gründen. Desweiteren wurden keine Aufastungen (vgl. auch Ottopark) von allen nicht zu fällenden Bestands-Bäumen gefordert.

Eine Behandlung des Themas Bäume fand bisher nicht auf den zwei Werkstätten statt und muss nachgeholt werden, bis die geforderten Baum-Infos, überarbeiteten und vollständigen Baumlisten sowie der vollständigen Eintragungen in der Baumfällungsliste und auf den Baumplaketten erfolgt ist!

Die BI KTO fordert, dass alle Bäume mit A-, B-, C-Bewertung erhalten bleiben und nicht gefällt werden.

Von den in der Baumfällungsliste mit 120 zur Fällung vorgesehenen Bäumen sind ein Baum mit A, 42 Bäume mit B, 36 Bäume mit C, sieben Bäume mit R bewertet und 34 ohne Daten und Bewertungsangaben aufgeführt.

Nur wenige Bäume sind mit R bewertet, die nicht zu erhalten sind und gefällt werden können (zwei Bäume auf der großen Wiese wurden bereits Anfang 2012 gefällt).

Darüber hinaus sollte nur über einzelne Bäume mit C-Bewertung noch verhandelt werden, es sollten aber nur ganz wenige aus gestalterischen Gründen gefällt werden, so dass insgesamt nur gut zehn Bäume zur Fällung zu verantworten sind.

Einige Informationen zur Bewertung der Bäume laut Baumgutachten Dr. Neumann:

Bewertungsklasse A: Unbedingt erhaltenswerter Baum,
Bewertungsklasse B: Erhaltenswerter Baum
Bewertungsklasse C: Bedingt erhaltenswerter Baum
Bewertungsklasse R: Nicht erhaltenswerter Baum

+/- sind Tendenzbewertung in die eine oder andere Bewertungsklasse

Die BI KTO hat eine Baumfällungsliste mit 132 Bäumen erstellt, für Bäume die in der Baumfällungsliste stehen, und/oder eine Fällungsplakette tragen und/oder in der Karte der 2. Planungswerkstatt eingetragen waren. Davon sind 10 Bäume als nicht zu fällender Baum in der Baumfällungsliste eingetragen – so dass es hier noch eine zu klärende Differenz gibt. Für 36 der 132 Bäume mit X-Bezeichnung fehlen bisher die Eckdaten und die Bewertungen, die nachzuholen sind!

60 große, gesunde, teils mehrstämmige Bäume, mir hoher Lebenserwartung von 30 bis 80 Jahren, mit großem Stammumfang sind in den Tabellen der BI KTO-Baumliste  grau hinterlegt und unbedingt zu erhalten! Diese Bäume sollte sich jeder unbedingt als erstes anschauen.

Die Baumliste der 132 Bäume im KTO Ost kann hier heruntergeladen werden. Die offizielle Baumfällungsliste und das Baumgutachten Dr. Neumann ist auf www.turmstrasse.de herunterzuladen.

Senkgarten

Positve Änderung hier, dass die Wasserspiele nun doch aktiviert werden sollen. Im 2. Senkgarten soll eine zweite Spielfläche für Kleinkinder entstehen, die auf teilweise Kritik stieß. Die Bepflanzung der Beete kann auch nach orientalischer Art erfolgen.

Wegeführungen

Wie auf der 1. Planungswerkstatt, wurde auch auf der 2. Planungswerkstatt die Beibehaltung der Wegeführung gefordert.

Auf Ablehnung stieß die neue V-Wegeführung auf der Großen Wiese von Herrn Latz. Es wurde der Erhalt des heutigen Querweges gefordert. Einzig eine neue Nordost – Südwest Wegeverbindung sollte geprüft und diskutiert werden. Bei der neuen Wegeführung sollte der Trampelpfad die Wegeroute sein.

Die neue Wegeführung hinter dem Park-Cafe wird abgelehnt. Ein neuer Park-Cafeeingang zur Rampe in den Senkgarten wurde zugestimmt.

Sitzkiesel

Außer mit 40% weniger Beton nannte Herr Latz keine Kompromissangebote.

Die bereits mit 195.000 Euro teuren sieben monströsen, grauen, bombenförmige Betonklötze im Ottopark wurden in der 1. und 2. Planungswerkstatt komplett abgelehnt.

Markant ist, dass Herr Latz weiterhin vier Standorte für neue Betonklötze vorsieht, davon je einen an den Stuhlreihen südlich des Parkcafes, einer am Eingang zum Biergarten und einen in der Nähe der Regenschutzhalle

Parkcafe

Umplanung auf kleinere Cafe-Fläche mit neuem Heckenkörper zur Ecke Strom-/Turmstr. hin. Cafe-Anbau jeweils nördlich, östlich und südlich des derzeitigen Gebäudes. Keine Verschandelung durch neue Sitzkiesel gefordert! Statt übergroßer wassergebundener Bodenflächen wird der Erhalt der Wiese, der Bäume und der Heckenbereiche südlich des Cafes gefordert.

Teehauspavillion

Die AG 3 Teehauspavillion stellte hierzu eine Projektskizze vor. Standort: Nördlich des großen Sandspielplatzes (in der Nähe der derzeitigen Infotafel).

Die Nutzerzielgruppe sind die Eltern der spielenden Kinder auf den Sandspielplatz

Regenschuzhalle

Ein schriftliches Konzept liegt vor. Der Vorschlag wurde bereits in einer AG auf der 1. Planungswerkstatt erörtert und von Herrn Latz positiv aufgenommen.

Zielgruppen: Unterschiedliche Bevölkerungsgruppen für konsumfreie Gruppentreffen, Unterhaltung- und Spieltreffen. Vorschlag: Das neu zu gestaltende Dach kann auch mit einem Segeltuch zu einer größeren überdachten Fläche werden und in Richtung große Wiese/Sandspielplatz halboffen sein.

Klarstellung auf der 2. Planungswerkstatt, dass Teehauspavillion und Regenschutzhalle nicht in Konkurrenz untereinander stehen und ihre Standorte nicht nebeneinander haben sollen.

Verkehrswege

In der AG 1 wurde keine Entwidmung von Parkflächen für öffentliche Verkehrswege gefordert (auch für Radwege entlang der Hauptverkehrsstraßen nicht). Eine zukünftige Straßenbahnplanung wird kritisch begleitet.

Weitere Untersuchungen und Gutachten

Erfreut wurde die Nachricht aufgenommen, dass der Landschaftsplaner Bernd Krüger für die denkmalpflegerische Bestandsaufnahme zum Gartendenkmal KTO Ost beauftragt wurde, und die Ergebnisse frühestens Ende Januar 2013 auf einer 3. Planungswerkstatt vorgestellt und erörtert werden können. Erst dann können die einzelnen Auflagen und Aussagen zum Denkmalschutz in den Planungen aufgenommen und berücksichtigt werden.

Die AG 2 forderte ein Artenschutzgutachten für den KTO Ost, welches nach dem Naturschutzgesetz vorgeschrieben ist. Des Weiteren wurde von dieser AG ein Parkpflegewerk gefordert.

Weitere bisher auf der 1. und 2. Planungswerkstatt fehlende Themen sind:

  • Erhalt der Pergola
  • Gestaltung der Fläche der Tischtennisplatten
  • Schachtische, Trimmgeräte für ältere Generation
  • Aufenthaltsflächen für Künstler und Randgruppen

Weitere Berichte zur 2. Planungswerkstatt:

Berichte zur 1. Planungswerkstatt am 24.10.2012:

 

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